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Debug-Modus bei Legal-Tech-Plattform advocado legt sensible Daten offen

24 March, 2026 06:08, kantorkel

Der Chaos Computer Club (CCC) setzt seine Serie von Datenlecks bei Legal-Tech-Anbietern fort. Bei der Plattform advocado.de war ein Debug-Werkzeug offen zugänglich, das niemals im Internet exponiert sein sollte. In der Folge konnte auf hochgeladene Dokumente und Gesprächsaufzeichnungen zugegriffen werden. Der CCC hat das Datenleck gemeldet.

Seit geraumer Zeit hat der CCC auch technisch langweilige, aber folgenschwere Datenlecks im Blick. Legal-Tech-Plattformen waren in der Vergangenheit bereits betroffen. Die Plattform advocado.de reiht sich in diese Tradition nun mit einem öffentlich erreichbaren Symfony-Profiler ein.

Dieses zur internen Fehlersuche vorgesehene Werkzeug machte interne Server-Parameter sichtbar. Darunter befand sich ein gültiger Zugang zu einem git-Repository, das neben Quellcode auch weitere Zugangsdaten enthielt ‒ unter anderem für einen Fax-Dienst, Zahlungsdienstleister und die Dateiablage bei AWS S3. Dort konnte auf zahlreiche hochgeladene Dokumente, darunter Ausweiskopien oder Inkasso-Schreiben, Rechnungen von Kanzleien und Gerichten sowie Bild- und Tonaufzeichnungen von Gesprächen zugegriffen werden.

Der CCC hat den Anbieter informiert, advocado.de reagierte zeitnah auf die Meldung. Der Club empfiehlt grundsätzlich, Debug-Schnittstellen konsequent abzusichern, Zugangsdaten nicht im Klartext zu versionieren und die Speicherung sensibler Daten wie Ausweiskopien grundsätzlich zu hinterfragen.

Auch das Framework Symfony könnte mehr dafür tun, das versehentliche Exponieren des Profilers zu erschweren, etwa durch eine verpflichtende Authentifizierung.